Ihlowerhörn: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Gemeinde Ihlow - Dorfarchiv
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|'''Ortsbürgermeister'''  
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Ihlowerhörn ist eine [[:Kategorie:Ortschaft|Ortschaft]] der [[Gemeinde Ihlow]], die 1939 durch Zusammenlegung der Ortsteile Lübbertsfehn, Hüllenerfehn und Westersander entstand. Zur Zeit wohnen rund 1.041 Einwohner in Ihlowerhörn (Stand: 2. Januar 2023).
Ihlowerhörn ist eine [[:Kategorie:Ortschaft|Ortschaft]] der [[Gemeinde Ihlow]], die 1939 durch Zusammenlegung der Ortsteile Lübbertsfehn, Hüllenerfehn und Westersander entstand. Zur Zeit wohnen rund 1.041 Einwohner in Ihlowerhörn (Stand: 2. Januar 2023).
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[[Datei:Chronik der Schule Westersander.pdf|mini|Chronik der Schule Westersander, (1893-1964)|212x212px]]
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=== '''Westersander''' ===
=== Westersander ===
Westersander ist ein typisches Haufendorf auf dem flachen Geestrücken zwischen dem Krummen Tief und dem Fehntjer Tief, und war einst ein reines Bauerndorf. Es wurde auf der vermutlich moorfrei gebliebenen nordwestlichen Hälfte des Geestrückens angelegt.
Westersander ist ein typisches Haufendorf auf dem flachen Geestrücken zwischen dem Krummen Tief und dem Fehntjer Tief, und war einst ein reines Bauerndorf. Es wurde auf der vermutlich moorfrei gebliebenen nordwestlichen Hälfte des Geestrückens angelegt.


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Heute weist das Dorf am Westrand Neubausiedlungen auf, es haben sich im alten Dorfkern jedoch noch viele Elemente eines Bauerndorfes in Form alter Gulfhöfe erhalten.
Heute weist das Dorf am Westrand Neubausiedlungen auf, es haben sich im alten Dorfkern jedoch noch viele Elemente eines Bauerndorfes in Form alter Gulfhöfe erhalten.


=== '''Lübbertsfehn''' ===
=== Lübbertsfehn ===
Lübbertsfehn ist eines der landschaftstypischen so gennanten Fehndörfer. In den baum-und buscharmen Landstrichen der Marsch und damit in den Dörfern und Städten der fruchtbaren Geest, bestand seit eh und je ein außerordentlicher Mangel an Brennmaterial. Deshalb begannen die Emder und Oldersumer um das Jahr 1550 Torfabbauarbeiten in den Mooren nahe des Flumms ( heute: Fehntjer Tief). Durch die vorhandenen Wasserwege konnte der Torf dann per Schiff (den so genannten Törfmuttjes) in die Marschregion gebracht werden.
Lübbertsfehn ist eines der landschaftstypischen so gennanten Fehndörfer. In den baum-und buscharmen Landstrichen der Marsch und damit in den Dörfern und Städten der fruchtbaren Geest, bestand seit eh und je ein außerordentlicher Mangel an Brennmaterial. Deshalb begannen die Emder und Oldersumer um das Jahr 1550 Torfabbauarbeiten in den Mooren nahe des Flumms ( heute: Fehntjer Tief). Durch die vorhandenen Wasserwege konnte der Torf dann per Schiff (den so genannten Törfmuttjes) in die Marschregion gebracht werden.
 
[[Datei:350 Jahre Lübbertsfehn.pdf|mini|350 Jahre Lübbertsfehn]]
Die heutigen Fehndörfer wurden im wahrsten Sinne des Wortes aus der Not heraus "geboren". Denn durch das stete Anwachsen der Bevölkerung in den Geestdörfern wurden neue Siedlungsregionen gesucht. Landarme Bauernsöhne gingen in die bis dahin unerschlossenen Moore, um ihren Lebensunterhalt zu sichern und einen Platz zum Leben zu finden.  
Die heutigen Fehndörfer wurden im wahrsten Sinne des Wortes aus der Not heraus "geboren". Denn durch das stete Anwachsen der Bevölkerung in den Geestdörfern wurden neue Siedlungsregionen gesucht. Landarme Bauernsöhne gingen in die bis dahin unerschlossenen Moore, um ihren Lebensunterhalt zu sichern und einen Platz zum Leben zu finden.  


Für die Entstehung des späteren Lübbertsfehns war Lübbert Cornelius die treibende Kraft. Er bemühte sich um die Zuweisung von Moorflächen zur Ansiedlung von Kolonisten. Am 26.12.1637  kaufte er die Gemeinschaftsweide der Herdbesitzer von Ostersander. Die Heide- und Moorlandschaft war 200 Diemat (ein Diemat entsprach etwa 5700 m²) groß. Cornelius bezahlte dafür 950 Gulden. Die Ostersander Bauern behielten sich allerdings weiterhin das Recht vor "Ihr Holz, Torff und andere Wahren, zur Haußhaltung nötig, auf den Tiefs" zu transportieren. Am 2. Januar 1639 wurde der 2. Vertrag über 200 Diemat zwischen Lübbert Cornelius und "Hernn Ullrich, Graf und Herr von Ostfriesland" abgeschlossen. Diesmal war es kein Kauf-, sondern ein Erbpachtvertrag mit der Bedingung 5 Last Torff oder 25 Reichstaler dafür zu liefern.  
Für die Entstehung des späteren Lübbertsfehns war Lübbert Cornelius die treibende Kraft. Er bemühte sich um die Zuweisung von Moorflächen zur Ansiedlung von Kolonisten. Am 26.12.1637  kaufte er die Gemeinschaftsweide der Herdbesitzer von Ostersander. Die Heide- und Moorlandschaft war 200 Diemat (ein Diemat entsprach etwa 5700 m²) groß. Cornelius bezahlte dafür 950 Gulden. Die Ostersander Bauern behielten sich allerdings weiterhin das Recht vor "Ihr Holz, Torff und andere Wahren, zur Haußhaltung nötig, auf den Tiefs" zu transportieren. Am 2. Januar 1639 wurde der 2. Vertrag über 200 Diemat zwischen Lübbert Cornelius und "Hernn Ullrich, Graf und Herr von Ostfriesland" abgeschlossen. Diesmal war es kein Kauf-, sondern ein Erbpachtvertrag mit der Bedingung 5 Last Torff oder 25 Reichstaler dafür zu liefern.  


Der Oberpächter Lübbert Cornelius siedelte selbst nicht, er vergab das Land in Erbpacht an die so gennante Fehngesellschaft - die "Fehncompagnie". Diese siedelten und gaben auch Parzellen an Siedlungswillige weiter. In einer Urkunde von 1676 tauchen folgende Namen von Siedlern auf: Jann Harmens, Ruliß Janßen, Harmen Hendrichs, Hinrich Gellmers, Gerdt Janßen, Hinrich Dirks, Harmen Geerdts, Helmer Peters, Dirk Rahmann, Tonis Hinrichs Witwe, Jacob Janßen, Gerdt Hardenberg, Harmen Dirks, Peter Evers und Behrend Franken. Als der Torf abgegraben war, hielt die Landwirtschaft Einzug in das Dorf. Sie bestimmt auch heute noch das Landschaftsbild Lübbertsfehns.  
Der Oberpächter Lübbert Cornelius siedelte selbst nicht, er vergab das Land in Erbpacht an die so gennante Fehngesellschaft - die "Fehncompagnie". Diese siedelten und gaben auch Parzellen an Siedlungswillige weiter. In einer Urkunde von 1676 tauchen folgende Namen von Siedlern auf: Jann Harmens, Ruliß Janßen, Harmen Hendrichs, Hinrich Gellmers, Gerdt Janßen, Hinrich Dirks, Harmen Geerdts, Helmer Peters, Dirk Rahmann, Tonis Hinrichs Witwe, Jacob Janßen, Gerdt Hardenberg, Harmen Dirks, Peter Evers und Behrend Franken. Als der Torf abgegraben war, hielt die Landwirtschaft Einzug in das Dorf. Sie bestimmt auch heute noch das Landschaftsbild Lübbertsfehns.


Zum Ortsbild vieler Dörfer gehört es eigentlich, dass in ihrer Ortsmitte ein Gotteshaus zu finden ist - nicht so in Lübbertsfehn. Hier mussten die Einwohner seit der Ortsgründung im Jahre 1636 damit leben, Gottesdienste und sonstige kirchliche Amtshandlungen in der etwa sechs Kilometer entfernten Kirche von Weene abzuhalten - das ist auch heute noch so.
Zum Ortsbild vieler Dörfer gehört es eigentlich, dass in ihrer Ortsmitte ein Gotteshaus zu finden ist - nicht so in Lübbertsfehn. Hier mussten die Einwohner seit der Ortsgründung im Jahre 1636 damit leben, Gottesdienste und sonstige kirchliche Amtshandlungen in der etwa sechs Kilometer entfernten Kirche von Weene abzuhalten - das ist auch heute noch so.
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Datei:Hofkarte 01.jpg|alt=Hofkarte Mimke Behrends, 1946-1948
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Datei:Hofkarte 06.jpg|alt=Anbau
Datei:Hofkarte 07.jpg|alt=Ernte und Maschinen
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</gallery>'''Hofkarte Mimke Behrends, 1945-1948'''
Die Hofkarte wurde 1937 vom "Reichsnährstand" zur Erfassung der Leistungen der landwirtschaftlichen Betriebe eingeführt, anfangs für Betriebe mit mehr als 5ha, später ab 2ha. Die alliierte Militärregierung übernahm die Hofkarte bis 1948, mit neuem Kopf versehen und jetzt ab 1ha Grundbesitz, als Grundlage für die Ablieferungspflicht der Betriebe in der Zeit der Lebensmittelrationierung. [[:Datei:Hofkarte Mimke Behrends 1946-1948.pdf|Hofkarte als PDF]]


== '''Hüllenerfehn''' ==
=== Hüllenerfehn ===
Auf Initiative des aus Emden stammenden Rudolf Pott begann 1639 die Anlage des Hüllenerfehn. Pott hatte hierzu 100 Diemat Morast von den Grafen von Ostfriesland in Erbpacht übernommen. Hieß der Ort zunächst Westersander Vehn, wurde er später in Pottsfehn, schließlich wegen der leicht hügeligen Umgebung in Hüllenerfehn umbenannt.
[[Datei:Hüllenerfehn - Wappen.jpg|206x206px|Das Wappen von [[Hüllenerfehn]] wurde von Gottfried Albers entworfen.|alternativtext=Das Wappen von Hüllenerfehn wurde von Gottfried Albers entworfen.|mini]]
Auf Initiative des aus Emden stammenden Rudolf Pott begann 1639 die Anlage des [[Hüllenerfehn]].  


Die Weihnachtsflut von 1717 traf die Dörfer schwer. Allein in Hüllenerfehn ertranken sieben Menschen und der Viehbestand erlitt starke Verluste. 1911 wurden die Orte an das Straßennetz angeschlossen, was den Niedergang der früher vorherrschenden Flussschifffahrt bedeutete. Heute ist der Ort landwirtschaftlich geprägt.
Pott hatte hierzu 100 Diemat Morast von den Grafen von Ostfriesland in Erbpacht übernommen.
 
Hieß der Ort zunächst Westersander Vehn, wurde er später in Pottsfehn, schließlich wegen der leicht hügeligen Umgebung in Hüllenerfehn umbenannt.
 
Die Weihnachtsflut von 1717 traf die Dörfer schwer. Allein in Hüllenerfehn ertranken sieben Menschen und der Viehbestand erlitt starke Verluste.  
 
1911 wurden die Orte an das Straßennetz angeschlossen, was den Niedergang der früher vorherrschenden Flussschifffahrt bedeutete.  
 
Heute ist der Ort landwirtschaftlich geprägt.


== Weiteres über Ihlowerhörn ==
== Weiteres über Ihlowerhörn ==
*[https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamenkarte#7.502821/53.38967/13/0/7/4:1:2:73:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2 Flurnamenkarte der Ostfriesischen Landschaft]
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*[https://www.grabsteine-ostfriesland.de/suche.php?ort=Westersander Grabsteine-Ostfriesland]
*[https://www.grabsteine-ostfriesland.de/suche.php?ort=Westersander Grabsteine-Ostfriesland]
== BV Germania Lübbertsfehn-Ihlowerhörn ==
[[Datei:40 Jahre BV Germania Lübbertsfehn-Ihlowerhörn.pdf|mini|245x245px|40 Jahre BV Germania Lübbertsfehn-Ihlowerhörn]]
Der Boßelverein in Lübbertsfehn wurde 1950 gegründet. In den Sommermonaten des Jahres 1950 trafen sich abends einige Bürger aus Lübbertsfehn bei der Schule um den Boßel-Sport auch in Lübbertsfehn zu pflegen und zu fördern. Da ein Mannschaftswerfen wegen mangelnder Boßelkugeln nicht in Frage kam, versuchte man sich im sogenannten "Treiben". Nach Beenden des Friesensports setzte man sich bei Tante Gretje auf die Dreschdiele und kam dort bei Bier und Schnaps vom Boßelsport ins Schwärmen.
So wurde die Idee geboren, einen Boßelerverein in Lübbertsfehn zu gründen. An dieser Vorbereitung zur Gründüng des Boßelervereins nahmen folgende Personen teil: Johann Saathoff, Ede Hofdmann, Jann Hofdmann, Garrelt Wiese, Diedrich Wiese, Dieke Wiese, Werner Wendorf, Johann Albers, Albert Albers, Frerich Stöter, Gerhard Aukes und Andreas Saathoff. Auf dieser Gründungsversammlung wurde Johann Saathoff zum l. Vorsitzenden gewählt. Schriftführer wurde Johann Tholen und Kassierer Albert Tholen.
Erwähnenswert ist, daß als monatlicher Beitrag 25 Pfennig festgesetzt wurden.
Auf der Gründungsversammlung wurde nach einer kurzen Diskussion der Vereinsname "Germania" genannt. Dies beruht darauf, dass im Ausschank des Gastwirtes Märten Saathoff Germania Bier stand.
Bereits im Jahre 1951 nahm der Verein an Punktewerfen teil.


==Historische Bilder aus Ihlowerhörn==
==Historische Bilder aus Ihlowerhörn==


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Datei:Postkarte aus Westersander.jpg|Postkarte aus Westersander
Datei:Postkarte aus Westersander.jpg|Postkarte aus Westersander
Datei:Schule Huellenerfehn.jpg|Die alte Schule in Hüllenerfehn
Datei:Gruß aus Lübbersfehn - Ansichtskarte.jpg|Gaststätte Schulz in Lübbertsfehn (Haneburg)
Datei:Schule Huellenerfehn.jpg|Die alte Schule in [[Hüllenerfehn]].
Datei:Schüler und Schülerinnen der Volksschule mit Lehrer Klaasen im Jahre 1928.jpg|[[Hüllenerfehn]]: Schüler und Schülerinnen der Volksschule mit Lehrer Klaasen im Jahre 1928. Dieses Bild stammt aus der Dorfchronik "[[:Datei:375 Jahre Hüllenerfehn, ein Dorf feiert Jubiläum.pdf|375 Jahre Hüllenerfehn, ein Dorf feiert Jubiläum]]" von Gerd Joosten.
Datei:Schüler und Schülerinnen mit Lehrer Schmidt im Jahre 1958.jpg|[[Hüllenerfehn]]: Schüler und Schülerinnen mit Lehrer Schmidt im Jahre 1958. Dieses Bild stammt aus der Dorfchronik "[[:Datei:375 Jahre Hüllenerfehn, ein Dorf feiert Jubiläum.pdf|375 Jahre Hüllenerfehn, ein Dorf feiert Jubiläum]]" von Gerd Joosten.
Datei:Schulklasse mit dem letzten Lehrer in Hüllenerfehn Behrend im Jahre 1963.jpg|[[Hüllenerfehn]]: Schulklasse mit dem letzten Lehrer in Hüllenerfehn: Behrend. Jahr 1963. Dieses Bild stammt aus der Dorfchronik "[[:Datei:375 Jahre Hüllenerfehn, ein Dorf feiert Jubiläum.pdf|375 Jahre Hüllenerfehn, ein Dorf feiert Jubiläum]]" von Gerd Joosten.
Datei:Naturschutzstation in Lübbertsfehn.jpg|Naturschutzstation in Lübbertsfehn
Datei:Naturschutzstation in Lübbertsfehn.jpg|Naturschutzstation in Lübbertsfehn
Datei:Pferdegespann mit Heuwagen.jpg|Pferdegespann mit Heuwagen.
Datei:Pferdegespann mit Heuwagen.jpg|Pferdegespann mit Heuwagen.
 
Datei:Enthüllung-des-Gedenksteines-durch-J.-Börgmann-und-W.-Albers.jpg|[[Hüllenerfehn]]: Enthüllung des Gedenksteines im Jahre 2014 durch Wolfgang Albers und Bürgermeister Johann Börgmann. Dieses Bild stammt aus der Dorfchronik "[[:Datei:375 Jahre Hüllenerfehn, ein Dorf feiert Jubiläum.pdf|375 Jahre Hüllenerfehn, ein Dorf feiert Jubiläum]]" von Gerd Joosten.
Datei:Vereinsfest vom Boßelverein "Liek ut" - 3.jpg|Vereinsfest vom Boßelverein "Liek ut"
Datei:Reitertruppe beim Vereinsfest vom Boßelverein "Liek ut".jpg|Reitertruppe beim Vereinsfest vom Boßelverein "Liek ut"
Datei:Gewinn der Boßelmeisterschaft.jpg|Gewinn der Boßelmeisterschaft
Datei:Einlage (Sketch) beim Vereinsfest vom Boßelverein "Liek ut".jpg|Einlage (Sketch) beim Vereinsfest vom Boßelverein "Liek ut"
Datei:G. Bussmann wird für seine Verdienste geehr.jpg|G. Bussmann wird für seine Verdienste geehrt
Datei:Theatergruppe von „Liek ut“ - 2.jpg|Theatergruppe von „Liek ut“
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Datei:Theatergruppe von „Liek ut“ - 6.jpg|Theatergruppe von „Liek ut“
Datei:Kinder fahren Trecker für die Heuernte.jpg|Kinder fahren Trecker für die Heuernte
Datei:Vom Pferd gezogenen Forkmaschine.jpg|Vom Pferd gezogenen Forkmaschine
Datei:Pferdeschau mit Körung.jpg|Pferdeschau mit Körung
Datei:Die ganze Familie hilft bei der Heuernte.jpg|Die ganze Familie hilft bei der Heuernte
Datei:Kartoffelernte bei Familie Joosten.jpg|Kartoffelernte bei Familie Joosten
Datei:Pferdeschau mit Körung in Hüllenerfehn - 1.jpg|Pferdeschau mit Körung in Hüllenerfehn
Datei:Pferdeschau mit Körung in Hüllenerfehn - 2.jpg|Pferdeschau mit Körung in Hüllenerfehn
Datei:Pferdeschau mit Körung in Hüllenerfehn - 3.jpg|Pferdeschau mit Körung in Hüllenerfehn
Datei:Ein Rind wird mit vereinten Kräften aus dem Meedenschlot gezogen.jpg|Ein Rind wird mit vereinten Kräften aus dem Meedenschlot gezogen
Datei:Melkgeschirr wird gesäubert.jpg|Melkgeschirr wird gesäubert
Datei:Torfgraben im Spitt.jpg|Torfgraben im Spitt
Datei:Schlachten bei B. Alber.jpg|Schlachten bei B. Albers
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<small>[[Bilder aus Ihlowerhörn|Alle Bilder aus Ihlowerhörn]].</small>


[[Kategorie:Ortschaft]]
[[Kategorie:Ortschaft]]
[[Kategorie:Ihlowerhörn]]
[[Kategorie:Ihlowerhörn]]

Aktuelle Version vom 24. März 2026, 09:16 Uhr

Gründung 1939
Einwohner 1041
Ortsbürgermeister André Goldenstein

Ihlowerhörn ist eine Ortschaft der Gemeinde Ihlow, die 1939 durch Zusammenlegung der Ortsteile Lübbertsfehn, Hüllenerfehn und Westersander entstand. Zur Zeit wohnen rund 1.041 Einwohner in Ihlowerhörn (Stand: 2. Januar 2023).

Zum Ortsbild vieler Dörfer gehört es eigentlich, dass in ihrer Ortsmitte ein Gotteshaus zu finden ist - nicht so in Westersander, Hüllenerfehn und Lübbertsfehn. Hier mussten die Einwohner seit der Ortsgründungen im 17. Jahrhundert damit leben, Gottesdienste und sonstige kirchliche Amtshandlungen in der Kirche zu Weene abzuhalten. Den Kirchenkreis Weene gibt es heute noch genauso. Neben den o. a. Dörfern zählen auch Ostersander und Schirum dazu.

Historisches

Chronik der Schule Westersander, (1893-1964)

Westersander

Westersander ist ein typisches Haufendorf auf dem flachen Geestrücken zwischen dem Krummen Tief und dem Fehntjer Tief, und war einst ein reines Bauerndorf. Es wurde auf der vermutlich moorfrei gebliebenen nordwestlichen Hälfte des Geestrückens angelegt.

Das Dorf war früher von einem weiten Haidfeld umgeben, in dem das Vieh, durch einen Dorfhirten betreut, frei weiden konnte. Die umliegende Allmende wurde erst 1853 in Privatbesitz aufgeteilt. Dabei bleiben kleine Bauernwäldchen für die Holzgewinnung erhalten, wie z.B. am Moormeedenweg, am Langjüchweg in Dorfnähe oder am Hingsthörnweg. Heute weist das Dorf am Westrand Neubausiedlungen auf, es haben sich im alten Dorfkern jedoch noch viele Elemente eines Bauerndorfes in Form alter Gulfhöfe erhalten.

Lübbertsfehn

Lübbertsfehn ist eines der landschaftstypischen so gennanten Fehndörfer. In den baum-und buscharmen Landstrichen der Marsch und damit in den Dörfern und Städten der fruchtbaren Geest, bestand seit eh und je ein außerordentlicher Mangel an Brennmaterial. Deshalb begannen die Emder und Oldersumer um das Jahr 1550 Torfabbauarbeiten in den Mooren nahe des Flumms ( heute: Fehntjer Tief). Durch die vorhandenen Wasserwege konnte der Torf dann per Schiff (den so genannten Törfmuttjes) in die Marschregion gebracht werden.

350 Jahre Lübbertsfehn

Die heutigen Fehndörfer wurden im wahrsten Sinne des Wortes aus der Not heraus "geboren". Denn durch das stete Anwachsen der Bevölkerung in den Geestdörfern wurden neue Siedlungsregionen gesucht. Landarme Bauernsöhne gingen in die bis dahin unerschlossenen Moore, um ihren Lebensunterhalt zu sichern und einen Platz zum Leben zu finden.

Für die Entstehung des späteren Lübbertsfehns war Lübbert Cornelius die treibende Kraft. Er bemühte sich um die Zuweisung von Moorflächen zur Ansiedlung von Kolonisten. Am 26.12.1637 kaufte er die Gemeinschaftsweide der Herdbesitzer von Ostersander. Die Heide- und Moorlandschaft war 200 Diemat (ein Diemat entsprach etwa 5700 m²) groß. Cornelius bezahlte dafür 950 Gulden. Die Ostersander Bauern behielten sich allerdings weiterhin das Recht vor "Ihr Holz, Torff und andere Wahren, zur Haußhaltung nötig, auf den Tiefs" zu transportieren. Am 2. Januar 1639 wurde der 2. Vertrag über 200 Diemat zwischen Lübbert Cornelius und "Hernn Ullrich, Graf und Herr von Ostfriesland" abgeschlossen. Diesmal war es kein Kauf-, sondern ein Erbpachtvertrag mit der Bedingung 5 Last Torff oder 25 Reichstaler dafür zu liefern.

Der Oberpächter Lübbert Cornelius siedelte selbst nicht, er vergab das Land in Erbpacht an die so gennante Fehngesellschaft - die "Fehncompagnie". Diese siedelten und gaben auch Parzellen an Siedlungswillige weiter. In einer Urkunde von 1676 tauchen folgende Namen von Siedlern auf: Jann Harmens, Ruliß Janßen, Harmen Hendrichs, Hinrich Gellmers, Gerdt Janßen, Hinrich Dirks, Harmen Geerdts, Helmer Peters, Dirk Rahmann, Tonis Hinrichs Witwe, Jacob Janßen, Gerdt Hardenberg, Harmen Dirks, Peter Evers und Behrend Franken. Als der Torf abgegraben war, hielt die Landwirtschaft Einzug in das Dorf. Sie bestimmt auch heute noch das Landschaftsbild Lübbertsfehns.

Zum Ortsbild vieler Dörfer gehört es eigentlich, dass in ihrer Ortsmitte ein Gotteshaus zu finden ist - nicht so in Lübbertsfehn. Hier mussten die Einwohner seit der Ortsgründung im Jahre 1636 damit leben, Gottesdienste und sonstige kirchliche Amtshandlungen in der etwa sechs Kilometer entfernten Kirche von Weene abzuhalten - das ist auch heute noch so.

Hofkarte Mimke Behrends, 1945-1948

Die Hofkarte wurde 1937 vom "Reichsnährstand" zur Erfassung der Leistungen der landwirtschaftlichen Betriebe eingeführt, anfangs für Betriebe mit mehr als 5ha, später ab 2ha. Die alliierte Militärregierung übernahm die Hofkarte bis 1948, mit neuem Kopf versehen und jetzt ab 1ha Grundbesitz, als Grundlage für die Ablieferungspflicht der Betriebe in der Zeit der Lebensmittelrationierung. Hofkarte als PDF


Hüllenerfehn

Das Wappen von Hüllenerfehn wurde von Gottfried Albers entworfen.
Das Wappen von Hüllenerfehn wurde von Gottfried Albers entworfen.

Auf Initiative des aus Emden stammenden Rudolf Pott begann 1639 die Anlage des Hüllenerfehn.

Pott hatte hierzu 100 Diemat Morast von den Grafen von Ostfriesland in Erbpacht übernommen.

Hieß der Ort zunächst Westersander Vehn, wurde er später in Pottsfehn, schließlich wegen der leicht hügeligen Umgebung in Hüllenerfehn umbenannt.

Die Weihnachtsflut von 1717 traf die Dörfer schwer. Allein in Hüllenerfehn ertranken sieben Menschen und der Viehbestand erlitt starke Verluste.

1911 wurden die Orte an das Straßennetz angeschlossen, was den Niedergang der früher vorherrschenden Flussschifffahrt bedeutete.

Heute ist der Ort landwirtschaftlich geprägt.

Weiteres über Ihlowerhörn

BV Germania Lübbertsfehn-Ihlowerhörn

40 Jahre BV Germania Lübbertsfehn-Ihlowerhörn

Der Boßelverein in Lübbertsfehn wurde 1950 gegründet. In den Sommermonaten des Jahres 1950 trafen sich abends einige Bürger aus Lübbertsfehn bei der Schule um den Boßel-Sport auch in Lübbertsfehn zu pflegen und zu fördern. Da ein Mannschaftswerfen wegen mangelnder Boßelkugeln nicht in Frage kam, versuchte man sich im sogenannten "Treiben". Nach Beenden des Friesensports setzte man sich bei Tante Gretje auf die Dreschdiele und kam dort bei Bier und Schnaps vom Boßelsport ins Schwärmen.

So wurde die Idee geboren, einen Boßelerverein in Lübbertsfehn zu gründen. An dieser Vorbereitung zur Gründüng des Boßelervereins nahmen folgende Personen teil: Johann Saathoff, Ede Hofdmann, Jann Hofdmann, Garrelt Wiese, Diedrich Wiese, Dieke Wiese, Werner Wendorf, Johann Albers, Albert Albers, Frerich Stöter, Gerhard Aukes und Andreas Saathoff. Auf dieser Gründungsversammlung wurde Johann Saathoff zum l. Vorsitzenden gewählt. Schriftführer wurde Johann Tholen und Kassierer Albert Tholen.

Erwähnenswert ist, daß als monatlicher Beitrag 25 Pfennig festgesetzt wurden.

Auf der Gründungsversammlung wurde nach einer kurzen Diskussion der Vereinsname "Germania" genannt. Dies beruht darauf, dass im Ausschank des Gastwirtes Märten Saathoff Germania Bier stand.

Bereits im Jahre 1951 nahm der Verein an Punktewerfen teil.

Historische Bilder aus Ihlowerhörn

Alle Bilder aus Ihlowerhörn.